Start Graz Chronik Bundesheer: Gedenken an Opfer des NS-Massakers in Wetzelsdorf

Bundesheer: Gedenken an Opfer des NS-Massakers in Wetzelsdorf

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Heute fand ein Festakt zum Gedenken des Massakers in der ehemaligen SS-Kaserne Wetzelsdorf in Graz statt. Ziel dieses Gedenkens ist die wehrpolitische und militärhistorische Aufarbeitung der Gräueltaten des NS-Regimes.

Zu diesem Zweck wurde am 80. Gedenktag eine Tafel mit dem Namen Egon Berliner enthüllt. Der Widerstandskämpfer steht stellvertretend für alle Opfer dieses Massakers.

Egon Berliner war ein österreichisch-britischer Widerstandskämpfer. Er meldete sich freiwillig für Spezialeinsätze beim „Special Operations Executive“. Dies war der britische Kriegsnachrichtendienst und rekrutierte ab 1941 Flüchtlinge und Emigranten in Großbritannien und setzte sie verdeckt im Kampf gegen das NS-Regime ein.

Egon Berliner wurde im Alter von 22 Jahren im Frühjahr 1945 als Agent in der SS-Kaserne Wetzelsdorf hingerichtet. Gesamt wurden Anfang April 1945 auf Anordnung des steirischen Gauleiters, Siegfried Uiberreither, über 200 Menschen von der Gestapo und der Waffen-SS in der Kaserne ermordet.

Unter den Opfern des Massakers waren ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter, Widerstandskämpfer, Insassen der KZ-Nebenlager Aflenz und Peggau sowie englische, französische und sowjetische Kriegsgefangene.

Das Gedenken an die Opfer des Massakers in der ehemaligen SS-Kaserne Wetzelsdorf mahnt uns, die dunkelsten Kapitel unserer Geschichte niemals zu verdrängen. Es ist unsere Verantwortung, die Erinnerung wachzuhalten und aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen.

so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

Fotos: BMLV/Hubmann

 

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